Immer mehr Jugendliche Kiffen. Zudem werden die Konsumenten immer jünger.
Immer mehr junge Leute kiffen und fangen damit inzwischen im Schnitt mit 16,5 Jahren an (2002 gaben 24% der Jugendlichen aus der 9. Jahrgangsstufe an, bereits mindestens einmal in ihrem bisherigen Leben Haschisch bzw. Marihuana konsumiert zu haben.
Jungen haben hier signifikant häufiger Erfahrungen als Mädchen (28% vs. 20%).
Kiffen gilt als entspannend, soll die Kreativität fördern und macht nicht aggressiv. Im Gegensatz zu Alkohol ist diese Argumentation natürlich richtig. Alkohol ist wesentlich gefährlicher als THC und weißt auch ein höheres Suchtpotential auf. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass das konsumieren von Hasch auch seine Schattenseiten mit sich bringt. Lustlosigkeit, Wahrnehmungsverzerrung, Depressivität, Verwahrlosung sind nur ein paar gefährliche Nebenwirkungen, die der auch als heilend eingestufte Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC mit sich bringt.
Einen echten Vorwurf kann man in Deutschland jedoch niemanden machen. Es darf an jeder Ecke, auf der Straße, in Kneipen, Restaurants, Festen, Veranstaltungen usw. gesoffen werden bis der Arzt kommt, aber Kiffen soll gesetzeswidrig sein. Vermutlich hängt die Akzeptanz gegenüber Alkohol in Deutschland mit unser Kultur zusammen und dem damit verbundenen über die Jahre gewachsenen Lobbyismus. Es wirkt jedoch lachhaft, wie Politiker und ein Großteil der älteren Generation den Cannabiskonsum anprangern, während sie ihren Alkoholkonsum hemmungslos ausleben, ja sogar zu Schau stellen.
Ob sich in naher Zukunft etwas ändern wird, ist nicht abzusehen. Interessant ist die Entwicklung in den Niederlande, wo das Kiffen bekanntlich legal ist. Dort sinkt die Zahl kiffender Jugendlicher stetig. Sozialwissenschaftler sehen den Grund dafür in den konsumierenden Eltern der Jugendlichen. So ist besonders für Jugendliche deren Erzieher öfters mal zum Joint greifen, wesentlich unattraktiver Grass zu rauchen. Denn für viele Jugendliche dient das Kiffen als Zweck zur Abgrenzung von ihren Eltern und deren Generation.
